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Über den SalonWir arbeiten auf verschiedenen Wegen und in verschiedenen Weisen mit der Psychoanalyse - ausgehend von den Texten Freuds und Lacans. Der Salon findet zumeist einmal monatlich in Berlin statt. Die Veranstaltungen und Arbeitsgruppen sind für alle Interessierten offen. Der Psychoanalytische Salon wurde im Februar 1998 in Berlin eröffnet. Der Eröffnungsbrief sowie die Vorträge zur Eröffnung sind im Archiv nachzulesen. Im Herbst 2009 haben wir nach einer einjährigen Unterbrechung den Salon in veränderter Besetzung neu eröffnet. In der Position knüpfen wir an den Eröffnungsbrief an. Die offene Gesellungsform hat sich für uns als fruchtbar erwiesen für die Übermittlung der Psychoanalyse, ihre Erprobung und Zuspitzung. Der Salon öffnet einen Raum, in dem Einzelne - Analytiker und Nichtanalytiker - sich versammeln können in einer Form, die das Begehren dieser Einzelnen keinem satzungsgemäß und in einer rechtlichen Form artikulierten Vereinszweck unterstellt. Wir bleiben skeptisch gegenüber Versuchen, Ausbildung und Beruf des Psychoanalytikers in einen institutionellen Rahmen zu spannen: Wo Analytiker im Namen von Institutionen sprechen, sprechen Analytiker im Namen von Institutionen. Statt auf institutionelle Strukturen setzen wir auf die Affinität je eigener Arbeitsweisen mit der Psychoanalyse. Eine kollektive Lektüre des Unbewußten gibt es nicht - die Kunst, mit dem Unbewußten zu sprechen, kann sich nur auf den Einzelnen und dessen Übertragung stützen. Der Salon ist nicht etwa ein Ort, an dem gesichertes Wissen über die Psychoanalyse vorgetragen wird, sondern ein Ort, an dem es möglich sei, mit der Psychoanalyse die Vertäuung des Wissens (auch des ihr eigenen) zu befragen. Dies scheint uns umso wichtiger in einer Zeit, in der ihre Vereinnahmung durch medizinische, sozial- oder neurowissenschaftliche, aber auch psychotherapeutische Diskurse voranschreitet. Wir sehen den Kern der Psychoanalyse in der psychoanalytischen Praxis als einer Arbeit am Signifikanten. Aber wir erkennen auch in anderen Praxen, besonders in Kunst und Literatur, den Versuch, es mit dem Unbewußten aufzunehmen. Gleichwohl reicht die Praxis nicht hin. Um der Psychoanalyse Stand zu verleihen und Kontur, braucht es Theorie, müssen Analytiker immer wieder neu übersetzen, was sie da machen, und die Psychoanalyse - in ihrer Gegenwart - auf die Probe stellen.
Berlin, 15.Oktober 2009
Eva Maria Jobst Susanne Lüdemann Birgit Pungs Mai Wegener
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