Programm

Vergangene Veranstaltungen

 

Montag, 05.07.2010

Depuis l’inconcient. Derrida, die Philosophie, die Psychoanalyse

Susanne Lüdemann (Chicago/ Berlin)

"Wider allem Anschein", sagt Derrida, "ist die Dekonstruktion des Logozentrismus keine Psychoanalyse der Philosophie." Wider allem Anschein, das heißt: auch wenn die logozentrische Unterdrückung der Schrift als "Verdrängung" bezeichnet wird, auch wenn die Heimsuchung des europäischen Diskurses durch die Metapher der Schrift als Wiederkehr des Verdrängten gedeutet wird. Umgekehrt wird auch die individuelle Verdrängung, um die es in der Psychoanalyse geht, erst aus der logozentrischen Verdrängung der Schrift begreiflich, an der, Derrida zufolge, noch die psychoanalytische Begrifflichkeit partizipiert. In meinem Vortrag interessiert mich jedoch weniger der Phallo-Phono-Logozentrismus-Vorwurf gegen Lacan als vielmehr die Alternative, die sich daraus entwickelt: Das Denken der différance, die in der Architektur der Theorie an jenem Platz zu stehen kommt, den bei Lacan der Phallus als Signifikant des Signifikanten einnimmt. Und das ist doch erfreulich.

Beginn: 20:15 Uhr

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin

Unkostenbeitrag 5.- EUR

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Montag, 07.06.2010

Die Sprache der Bäume und die Sprache der Literatur

Hannelore May (Berlin)

Wolfgang Hilbig (1941-2007) aus Sachsen schrieb Erzählungen, Romane und Gedichte. Er hat als Schriftsteller zeitlebens den Arbeiter (Heizer) hinter sich hergezogen.

Um "Die Kunde von den Bäumen" soll es gehen. Eine Kirschallee ist verschwunden. Wie kann oder soll von ihr gesprochen werden? Wer spricht in dem, was geschrieben werden kann, geschrieben wird ?

Beginn: 20:15 Uhr
Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Unkostenbeitrag 5.- EUR

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Montag, 03.05.2010

Aufriß einer "Psychoanalyse der Sachen" – Pathognostik

Rudolf Heinz (Düsseldorf)

Ausgehe ich von einem psychoanalytischen Stundenausschnitt eines brückenphobischen Patienten, der die Ebene von Architektur/Technik – des phobischen Objekts Brücke – zu derjenigen von Medien – Schrift/Buch – passager wechselte, und, übertragungspflichtig, mich durch ein solches – etwa ein Psychopathologiekompendium – passioniert zu ersetzen wünschte; dies jedoch mit dem schmählichen Ergebnis, daß ihm die Buchstaben vor den Augen verschwämmen, er schließlich überhaupt nicht mehr lesen könne.
Narzißmustheoretisch gedacht, wäre somit eine “idealisierende Übertragung” am Werk? Nein – wenn überhaupt, dann ein dubioser Sonderfall derselben: nämlich die sanktionable (und prompt auch sanktionierte) “Anderen-Mortifikation”.
Hier schon mögen sich die Geister scheiden: alternativ entweder die, on dit, Sicherheit herkömmlicher Psychoanalyse oder aber das Abenteuer der pathognostischen Neuerung, so sie eine solche sei, erwählen.
Die pathognostische Wendung zeitigt einschneidende Konsequenzen für den gesamten psychoanalytischen Theoriebestand: den Kultur-, Pathologie- und Therapiebegriff: den Vorrang destruktiver Kulturpathologie, schlechterdings nicht in krankheitskausierendem Verstande; Individualpathologie als sanktioniert abgebüßte (womöglich primärmasochistisch abgerundete) Usurpation derselben, deren Souveränitätspseudos Suizidalität; Therapie als imaginäre Brechung dieser ultimativen Absolutheitsprätention, die dem symptomatisch aufgeschobenen tödlichen Untergang im “Tod der toten Dinge” widerstände.

Beginn: 20:15 Uhr
Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Unkostenbeitrag 5.- EUR

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Montag, 12.04.2010

Die Stimme ist nicht der Körper

Farida Henni-Herrgott (Berlin)

Oder la pulsion invocante… wie Lacan dieses neue Objekt genannt und eingeführt hat.
Die Stimme, ein gemeinsames Objekt der Psychoanalyse und der Musik.
Als Sängerin werde ich über dieses gemeinsame Objekt sprechen und erzählen, wie diese – la pulsion invocante - , wenn sie Gesang werden will, zu "arbeiten" hat. Welchen Weg geht sie durch den Körper?
Was verlangt die Sublimierung der Stimme?
Wenn die Psychoanalyse versucht mit "Knoten" umzugehen, wie geht die Singstimme mit ihren Knoten um?
Wer spricht hier? Wer singt hier? Die Stimme unter den Stimmen.
Es sind viele Gemeinsamkeiten mit der Psychoanalyse, angefangen mit der Introspektion und einem Ohr.
Die Psychoanalyse inspiriert mich sehr, und sie erlaubt mir, über das Phänomen Stimme, ihre Textur und ihr Genießen zu sprechen.
Anhand einiger Beispiele von Sängerstimmen bringe ich einige Merkmale zu Gehör.
Ein vielsagendes Beispiel: die lange Reise des Ulysses und die Überwindung der Sirenen.

Beginn: 20:15 Uhr
Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Unkostenbeitrag 5.- EUR

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Montag, 08.02.2010

Wie das Über-Ich, was schon im Über steht, über-setzen? Über einen japanischen Umweg mit dem Schuldgefühl 1931

Masaaki Sato (Berlin)

„Die japanische Sprache ist die Sprache gewordene ewige Übersetzung“ - dies sagte Jacques Lacan gleich nach seiner zweiten Japanreise 1971. Diese Sprache entwickelte sich geschichtlich durch die schriftliche Übersetzung der Texte aus einer überragenden Zivilisation namens China, wodurch spätestens im 8. Jahrhundert n. Chr. die Matrix des jetzigen Schreibsystems entstand. Welche Spuren durch die Begegnung mit dem Fremden im Japanischen hinterlassen wurden und sich im Effekt der Ecriture kristallisierten, wird in diesem Vortrag mit der Übersetzungsproblematik thematisiert. Freuds frühes Konzept des „Wahrnehmungszeichens“, das gerade mit seiner Überlegung zur unbewussten „Übersetzung“ verknüpft eingeführt wurde und das Lacan mit seinem Begriff „Signifikant“ identifizierte, wird für die Diskussion wegweisend sein.

Der Ausgangs- und Zielpunkt dieses Vortrags ist ein japanischer Übersetzungsversuch des Konzepts vom Schuldgefühl, der 1931 von dem japanischen Psychiater, Freudanhänger bzw. -verehrer und Übersetzer der Texte Freuds Heisaku Kosawa vorgelegt wurde.

Beginn: 20:15 Uhr
Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Unkostenbeitrag 5.- EUR

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Montag, 18.01.2010

Das ozeanische Gefühl – eine Einladung zur Diskussion

Mai Wegener (Berlin)

Mit der Erörterung des sogenannten "ozeanischen Gefühls" eröffnet Freud seine Schrift über "Das Unbehagen in der Kultur". Dieses Gefühl, "wie von etwas Unbegrenztem, Schrankenlosem, gleichsam 'Ozeanischem'", hatte Romain Rolland ihm vorgeschlagen als die Quelle aller (wie auch immer konkret ausgeformten) Religiosität anzusehen. Freud weist diese Ableitung zurück und bekräftigt seine These, dass die Religion aus der Beziehung des Kindes zum Vater, "der Vatersehnsucht", gebildet ist. In gewisser Weise weist Freud das ozeanische Gefühl überhaupt zurück: er kann es in sich nicht entdecken und es nicht als eine primäre Empfindung ansehen. Er lässt sich jedoch darauf ein, sich ihm über die ihm assoziierten "Vorstellungsinhalte" anzunähern und der Frage nachzugehen, welche Stellung es im Seelenleben einnimmt.

Die Spannung zwischen Freuds Zurückweisung des ozeanischen Gefühls und dem prominenten Platz, den er ihm in seinen Ausführungen gibt, bleibt gleichwohl bemerkenswert.

Ich möchte Freuds Interpretation des ozeanischen Gefühls befragen und weiterdenken. Warum nimmt er es – an der Gelenkstelle zwischen der "Zukunft einer Illusion" und dem "Unbehagen" – auf? Wohin führt der Signifikant "Ozeanisch" und was fügen die Zitate von Chr. D. Grabbe und Fr. Schiller hinzu, die Freud in seinen Text anführt?

Meinen Beitrag an diesem Abend verstehe ich dabei weniger als einen in sich geschlossenen Vortrag, sondern als Impuls für eine eingehendere Diskussion – weshalb ich darum bitte, den Text Freuds vorher zu lesen.

Sigmund Freud, Das Unbehagen in der Kultur (1930), in: GW Bd. XIV, S. 421-431 oder in: Studienausg. Bd. IX, S. 197-205.

Beginn: 20:15 Uhr
Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Unkostenbeitrag 5.- EUR

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Mittwoch, 16.12.2009

Gesehen ist geschehen – Zur Sprachlichkeit / Bildlichkeit unbewusster Realität

Norbert Haas (Berlin)

Beim Zehnjahresjubiläum des „Salons“ hieß es, dass es im „Salon“ vermehrt um das Unbewusste gehen solle. Ich werde mich anhand von Bildern und Schriften des dänischen Malers Asger Jorn (1914-1973) mit der Sprachlichkeit unbewusster Realität beschäftigen, wobei ich mich von dem Gedanken leiten lasse, dass Freuds Unterscheidung von „Dingvorstellungen“ und „Wortvorstellungen“ nicht mit einem einfachen Gegensatz von Nichtsprachlichem und Sprachlichem zu tun hat. Bilder wie Dingvorstellungen können ebenso sprachlich strukturiert sein wie Wortvorstellungen.

Dabei wird es um den Begriff der „Vorstellungsrepräsentanz“ gehen und (wie bereits in meinem ersten Jorn-Vortrag von 2006) um das von Freud behauptete Ausschlussverhältnis von Wahrnehmung und Erinnerung im Signifikanten. Jorns Aufmerksamkeit als Maler wie als Theoretiker gilt der Beständigkeit von Bildern entgegen aller Auslegung in der Zeit. Ich möchte das an Jorns Begriff und den entsprechenden Bildern der „Stummen Mythe“ wie an seinen Untersuchungen zu bildlichen Darstellungen der Sagenfigur des Dietrich von Bern illustrieren. Mit solcher Beständigkeit ist nichts anderes gemeint als die Beständigkeit der Wahrnehmungszeichen (Signifikanten).

Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit, ein paar Worte über Jorns Verhältnis zur Psychoanalyse zu sagen. Jorn ist in den Vierzigerjahren mehrmals in Psychoanalyse gewesen, vor allem bei Sigurd Næsgaard, dem Doyen der dänischen Gruppe, bei dem auch Jorns Freundin Elna Fonnesbech-Sandberg in Analyse ging. In ihrem Exemplar von Næsgaards Werk „Psykoanalyse“ (1933) steht ihr schöner handschriftlicher Eintrag :“Hvad er örn og albatros mod den dröm der barer os“ („Was sind Adler und Albatros gegen den Traum, der uns trägt“).


Beginn: 20:15 Uhr
Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Unkostenbeitrag: 5 Euro

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Montag, 02.11.2009

ZUR WIEDERERÖFFNUNG DES SALONS

ACHT EINSÄTZE

Salonieren und Freunde des Salons laden ein und tragen vor:

Heutzutage und hierzulande (Eva Maria Jobst) / Plädoyer für die Kleine Form (Katrin Seifert) / Der küstenhafte Rand, zu dem die Sprechwellen (nicht) gelangen (Masaaki Sato) / Hexen (Farida Herrgott) / Das Glück der Ruhe opfern (Birgit Pungs) / Wieder wie durch Zufall (Michaela Wünsch) / Unvollständige Vergangenheit (Simone Bernet) / Bordell, Kirche, Psychoanalyse und ADAC (Mai Wegener)

Beginn: 20:15 Uhr
Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Unkostenbeitrag: 5 Euro, erm. 4 Eur

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Montag, 7. Juli 2008

Freud mit Lacan in Zeiten der Neurowissenschaft. Zum Verhältnis der 2 Disziplinen. Buchvorstellung.

Edith Seifert (Berlin)

Daß psychische Phänomene neurowissenschaftlich erklärt werden, ist mittlerweile nicht mehr ungewöhnlich und wird weithin akzeptiert, Debatten um die Aussagekraft der Neurowissenschaften scheinen selbst in psychoanalytischen Kreisen der Vergangenheit anzugehören. Wo Psychoanalytiker sich zum neurowissenschaftlichen Paradigma überhaupt noch äußern, geschieht es in den meisten Fällen entweder zustimmend oder defensiv.

An diesem Abend soll das anders sein, es soll um die Frage gehen, warum Psychoanalyse und Neurowissenschaft nicht dasselbe meinen, die Neurowissenschaft für Psychoanalytiker aber trotzdem von Bedeutung ist.

Edith Seifert präsentiert ihr gerade erschienenes Buch zu diesem Thema im Gespräch mit Mai Wegener.

Beginn: 20:15 Uhr
Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Unkostenbeitrag: 5 Euro, erm. 4 Eur

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Montag, 05.05.2008

Schuberts T(h)riller. Ein Vortrag am Klavier

Gerhard Herrgott (Berlin)

Die B-Dur-Sonate - im September 1828, zwei Monate vor Schuberts Tod komponiert und zehn Jahre danach als Franz Schubert‘s allerletzte Composition veröffentlicht - ist seither von dieser Aura umgeben, befördert von Robert Schumann, der Gedanken an das nahe Scheiden in diesem Werk zu hören glaubte. Der Musikforscher Alfred Einstein hat dazu bemerkt, daß Schubert im September 1828 nicht kränker war als sonst. „Was Schubert beunruhigte, war nicht der Gedanke ans Ende, sondern der an Beethoven.“ Ein genauer Blick auf die B-Dur-Sonate zeigt in der Tat, wie Schubert darin an Beethovens avancierteste Ideen angeknüpft hat. Er zeigt aber auch, wie weit er über ihn hinausgegangen ist. So weit, daß die B-Dur-Sonate, allseits ob ihrer Schönheit gerühmt, gleichzeitig offenbar einen solchen Skandal darstellt, daß sie für viele nur in verstümmelter Form erträglich ist. Bei der Suche danach, wie das Schöne und das Unerträgliche hier zusammenhängen, stoßen wir auf illustre Figuren - von Ödipus und Möbius bis zu Hitchcock und Hegel –, diverse geflügelte Wesen sowie den unheimlichsten Triller der Musikgeschichte.

Ort: Mendelssohn-Remise, Jägerstraße 51, Berlin-Mitte, Nähe Gendarmenmarkt
Zeit: 19.30 Uhr
Eintritt: 15 bzw. 12 Euro

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Freitag, 14.03.2008

Radiosendung zum Inzestverbot

Susanne Lüdemann, Konstanze Jarvas, Ingrid Müller-Münch

Am 13.3.08 hat das Bundesverfassungsgericht die Verfassungsbeschwerde gegen den § 173 StGB zurückgewiesen und damit erklärt, daß es das strafrechtliche Inzestverbot nicht für einen unzulässigen Eingriff des Gesetzgebers in das Persönlichkeitsrecht auf sexuelle Selbstbestimmung hält.
Aus diesem Anlaß strahlt der Südwestrundfunk am 14.4. um 17 Uhr unter dem Titel "Verbotene Geschwisterliebe - Warum Inzest strafbar bleibt" eine Radiodiskussion aus. Die Mitwirkenden sind die Strafrechtlerin Konstanze Jarvas, die Journalistin Ingrid Müller-Münch und Susanne Lüdemann vom Psychoanalytischen Salon. Moderation: Carsten Otte.
Die Sendung kann in Berlin über webradio empfangen werden:
http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/otnbb1/index.html

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Montag, 03.03.2008

Schwindet unsere Scheu vor Inzest?

Irene Berkel (Berlin)

In seinem 1949 erschienenen Buch "Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft" spricht Claude Levi Strauss noch von einem kollektiven Abscheu gegenüber Inzest. Knapp 60 Jahre später ist ein öffentliches Interesse an inzestuösen/ pädophilen Tabubrüchen zwischen Eltern und Nachkommen/ Erwachsenen und Kindern allgegenwärtig, die allein unter dem Vorzeichen des Missbrauchs und der Gewalt Abscheu hervorrufen. Um Missbrauch zukünftig zu verhindern, werden Kinder von Präventionsexperten auf den Weg der sexuellen Selbstbestimmung geführt. Ist diese Entwicklung ein Zeichen für das Schwinden des Inzesttabus, dessen Verinnerlichung bei Freud und Lacan die Bedingung der genealogischen Position des Subjekts darstellt? Was bedeutet der Wandel für das Verhältnis von Subjekt und
Genealogie?

Irene Berkel ist Autorin des Buches "Missbrauch als Phantasma. Zur Krise der Genealogie", Wilhelm Fink Verlag, München 2006.

Beginn: 20:15 Uhr
Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Unkostenbeitrag: 5 Euro, erm. 4 Eur

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Montag, 11.02.2008

'Fortschritt in der Geistigkeit' und der 'Tod Gottes'

Thanos Lipowatz (Athen)

In seinem Buch 'Fortschritt in der Geistigkeit' und der 'Tod Gottes' will Thanos Lipowatz den Beitrag der Psychoanalyse von S. Freud und J. Lacan zur Kulturanalyse weiterdenken. Freuds Denken dreht sich im Buch über Moses und den Monotheismus um eine vorgeschichtliche Un-Tat und deren strukturierenden Folgen für die Kulturgeschichte. Der Fortschritt in der Geistigkeit bedeutet, dass das Höhere, das verdrängt wurde, wieder zurückkehrt. Lacans Denken kreist um das Ur-Wort und den Namen Gottes, dessen Mitteilung das Subjekt zur ethischen Verantwortung aufruft. Der Tod Gottes ist eine Metapher, die das Unbehagen in der modernen Kultur benennt. Es umschreibt die Krise der modernen Individualität als Folge der radikalen Entzauberung und Rationalisierung der Welt. Angesichts der Zerfallserscheinungen in der Spätmoderne, gilt es, die den Fortschritt in der Geistigkeit fördernden Momente im Monotheismus und in der Aufklärung zu erneuern.

Beginn: 20:15 Uhr
Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Unkostenbeitrag: 5 Euro, erm. 4 Eur

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Montag, 21.01.2008

Der entwendete Blick oder das Unbewußte im Feld des Sehens

Susanne Lüdemann (Konstanz/Berlin)

Im Seminar XI („Die vier Grundbegriffe der Psychoanalyse“) entwickelt Lacan seine Theorie des Blicks als Objekt a. Diese psychoanalytische Theorie des Blicks ist verbunden mit einer Kritik der Zentralperspektive und der ihr konvergierenden klassischen Subjektphilosophie, die das Subjekt ausschließlich als Sehendes, im Augpunkt der Perspektive, installiert. Demgegenüber insistiert Lacan auf der Präexistenz eines Blicks, der von außen kommt: „Ich sehe nur von einem Punkt aus, bin aber in meiner Existenz von überall her erblickt.“ Der Blick, um den es dabei geht, ist in mehrfachem Sinn ‚entwendeter’ Blick: Er ist erstens dem Betrachter entwendet, der sich im Feld des Sehens plötzlich erfaßt und von jenem anderen Blick genichtet findet. Er ist zweitens eskamotiert wie der Brief in Egar Allen Poes Geschichte The Purloined Letter, insofern er mitten im Sichtbaren unsichtbar bleibt. Er ist drittens von Lacan selbst entwendeter oder ‚plagiierter’ Blick, insofern er bei Jean-Paul Sartre (Das Sein und das Nichts) und Maurice Merleau Ponty (Das Sichtbare und das Unsichtbare) bereits vorgeprägt ist.
Der Vortrag folgt den Linien dieser dreifachen Entwendung oder Umwendung des Blicks in Lacans Text entlang einer Reihe von ‚Szenen’, in denen er sich verkörpert. Die Theorie des Phantasmas, auf die Lacans Text zusteuert, erweist sich dabei zuletzt (auch) als phantasmatische Szene Lacans.
Zur Vorbereitung können (müssen aber nicht) die Seiten 73-126 aus dem Seminar XI gelesen werden (deutsche Ausgabe, Weinheim und Berlin 1996).

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 5 Euro, erm. 4 Eur

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Montag, 10.12.2007

Was auffällt. Psychose: Theorie und Praxis

Antke Tammen (Wunstorf)

Wenn man auf dem Feld der Psychoanalyse die Frage nach der Psychose stellt, ist man schnell bei dem Verhältnis von Psychoanalyse und Psychiatrie und dem von Theorie und Praxis. Psychiater behaupten gerne, dass Psychoanalytiker von Psychosen nichts verstehen. Psychoanalytiker fragen sich besorgt, ob Psychiater überhaupt versuchen „dem Psychotiker“ zuzuhören.
Der Vortrag lädt dazu ein, die überzeichnende polarisierende Polemik durchaus anzunehmen und dieses Spannungsfeld zwischen Psychoanalyse und Psychiatrie für weitere Fragen fruchtbar zu machen.
Er folgt, ganz in der Tradition der Psychiatrie, der Spur der Auffälligkeiten. Interessanterweise entsteht in den Schriften und Äußerungen beider Disziplinen der Eindruck „des Psychotikers“ als des ultimativen Fremden (im frz. „l’aliéné“). Der Psychoanalytiker und Psychiater Jacques Lacan entwirft in der Ausarbeitung „der Verwerfung“ als strukturellem Element der Psychose, eine theoretische Denkfigur, die auf erstaunliche Weise Parallelen zu dem heute gängigen Erklärungsmodell in der Psychiatrie aufweist und wie dieses im Ansatz die Setzung von Fremdheit unterläuft.


Antke Tammen ist Psychiaterin, Oberärztin in der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie am Niedersächsischen Landeskrankenhaus Wunstorf. Mitglied der Freud-Lacan-Gesellschaft. Mitglied des Psychoseforums Hannover.

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 5 Euro, erm. 4 Eur


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Montag, 12.11.2007

Was ist ein psychoanalytischer Akt?

Britta Günther (Hamburg) und Marcus Coelen (München)

Der Begriff "Der psychoanalytische Akt" wurde von Jacques Lacan in seinem gleichnamigen Seminar 1967/68 eingeführt.

Einen Akt gibt es, sagt Lacan, wenn ein Sprechen Folgen hat. Sagen wir: in der Analyse. Beispielsweise, wenn eine Deutung ankommt. Das kann vieles sein: ein Wort, ein Räuspern, ein Geräusch. Das womöglich nicht stattgefunden hat, aber gehört wurde.
Ob etwas 'ein Akt' gewesen ist, kann immer erst nachträglich entschieden werden. Das heißt, es gibt keinen Vollzug: keinen im Hier und Jetzt, keinen, der planbar wäre. Versucht man, ein 'Vorher' des Akts zu fassen, verschwindet er; es gibt ihn nicht. Wie kann dann über Akte gesprochen werden, wie über Psychoanalyse, wenn diese radikal an die Nachträglichkeit gebunden sind?

Demnach fiele die Psychoanalyse aus dem Feld des Wissens, denn jedes Wissen ist auf Zukunft ausgerichtet, auf Vorhersagbarkeit; ist vom Vergangenen her ein Wurf in die Zukunft.
Nun hat die Psychoanalyse Wissen produziert, hat sich eingeschrieben in Zukunftswissenschaft und Alltagspraktik, nicht zuletzt in der analytischen Ausbildung.
Die Psychoanalyse ist, sofern sie vorher weiß, was ein Akt gewesen sein wird, notwendig ihr eigener Verrat. Für jede einzelne Analyse hieße das womöglich, dass der Analytiker, die Analytikerin, durch diesen Verrat hindurchgehen, ihn hinter sich lassen muss.

Der Frage nach dem Akt dieser Überschreitung möchten wir anhand ausgewählter Stellen von Lacans Seminar Der Psychoanalytische Akt und vor dem Hintergrund der eigenen analytischen Praxis nachgehen.

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 5 Euro, erm. 4 Eur


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Montag, 08.10.2007

Der Untergang des Ödipus-Komplexes

Eva-Maria Jobst, Susanne Lüdemann, Edith Seifert, Mai Wegener

Wir greifen Freuds Titel auf, um an die Diskussion über das Inzestverbot im Juni diesen Jahres anzuknüpfen, und stellen die Frage, ob der "Untergang des Ödipuskomplexes" heute auch als kulturelles Geschehen begriffen werden kann.

Unter dem "Untergang des Ödipuskomplexes" verstand Freud in seinem gleichnamigen Text von 1924 dessen "Verdrängung", "Zerstörung" oder "Aufhebung", wahlweise auch sein "Zugrundegehen" oder "Versinken" im Lauf einer je individuellen Entwicklung. Die Frage, ob das ödipale Begehren des Kindes in diesem 'Untergang' wirklich aufgegeben oder bloß verdrängt werden kann, bleibt dabei in gewisser Weise offen; zwischen beiden Möglichkeiten zieht Freud "die niemals ganz scharfe Grenzscheide zwischen Normalem und Pathologischem".
Wir fragen uns, welche Wirkungen die Veränderung der gesellschaftlichen und juridischen Realität für die psychische Realität hat. Wie steht es heute um die konstituierende Verknotung von Verbot und Begehren?
Wo Freud noch von einer anthropologischen Universalie ausgeht, spricht schon Lacan ("Die Familie") von der kulturellen "Degradierung" des Ödipus, deren Ursache er im "Verfall der Vater-Imago" sieht.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die Aufhebung des (juristischen) Inzestverbots (vgl. dazu den Text von Susanne Lüdemann unter http://www.uni-konstanz.de/kulturtheorie/texte_de.htm, der Gegenstand unseres Juni-Treffens war) steht die kulturelle Modellierung des Komplexes und deren Bedeutung für das Triebschicksal der Subjekte erneut zur Diskussion: Wird der Komplex durch die Aufhebung des Verbots „zerstört“ oder tritt er nur in ein neues Stadium seiner kulturellen Verdrängung ein?

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 5 Euro, erm. 4 Eur

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Montag, 02.07.2007

Roger Caillois: Méduse & Cie

Peter Geble (Berlin) stellt das von ihm übersetzte Buch vor

Was haben der böse, der bannende Blick, ausgehend von weitaufgerissen Augen, und Augenflecke auf Schmetterlingsflügeln gemeinsam? Es sind "konzentrische Kreise in kontrastierenden Farben, abstrakte, reine Ausgangsformen der Hypnose und des Schreckens". Was trennt das Paarungsverhalten der Gottesanbeterin, also der Verzehr des Männchens während der Begattung, vom Kastrationskomplex? Das eine ist ein reales Verhalten, das andere eine imaginäre Angst. Ein Autor aus dem Umkreis des Surrealismus, den solche Korrespondenzen umtrieben, war Roger Caillois (1913-1978), den Breton schon in den 30er Jahren seinen "geistigen Kompaß" nannte. Lacan wiederum bezieht sich – in der üblichen rigorosen Verkürzung, aber voller Anerkennung - im "Spiegelstadium" auf Caillois' frühen Aufsatz "Mimese und legendäre Psychasthenie", in den "Vier Grundbegriffen" auf dessen späteres Buch Méduse & Cie von 1960.

All diese Texte liegen nun endlich auf deutsch vor und sind Anlaß genug, auf den Autor und sein Werk etwas näher einzugehen. Ich möchte versuchen, zumindest einige Grundzüge dieses sehr diskreten Autors vorzustellen.

Roger Caillois: Méduse & Cie (einschl. "Die Gottesanbeterin" und "Mimese und legendäre Psychasthenie"), Übers.: Peter Geble, Brinkmann & Bose 2007, 23 Euro

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 5 Euro, erm. 4 Eur

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Montag, 11.06.2007

Warum Inzest? Warum nicht?

Susanne Lüdemann (Berlin / Konstanz)

Beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ist derzeit eine Klage gegen das strafrechtliche Inzestverbot (§ 173 StGb) anhängig, weil dieses gegen das grundgesetzlich garantierte Persönlichkeitsrecht auf sexuelle Selbstbestimmung verstoße (die Medien berichteten). Wenn Bruder und Schwester, Vater und Tochter, Mutter und Sohn Sex miteinander haben, so wird argumentiert, dann ist das Privatsache und geht weder Staat noch Öffentlichkeit etwas an – vorausgesetzt, alle Beteiligten sind volljährig und gehen die inkriminierte Beziehung freiwillig ein. Inzest erscheint aus dieser Perspektive als sexuelle Vorliebe unter anderen, vergleichbar mit Homosexualität oder Sodomie, und Juristen tun sich schwer, ein Rechtsgut zu finden, das durch den § 173 geschützt wird.
Die Klage selbst, ihre Begründung und die Art und Weise, wie sie öffentlich verhandelt (oder auch nicht verhandelt) wird, werfen fundamentale Fragen auf, die den Begriff der Verwandtschaft, das Verhältnis von Recht und Kultur und das Verständnis der „Persönlichkeit“ und ihrer „Freiheit“ betreffen, das unserer Rechtsordnung zugrundeliegt und zugleich den Kern unserer liberalen Ideologie bildet. Ist Verwandtschaft mehr oder anderes als ein biologisches Faktum? Ist es nötig, kulturelle Normen zu repräsentieren, damit sie wirksam sind? Was heißt „sexuelle Selbstbestimmung“, wenn das Subjekt des Begehrens das Subjekt des Unbewußten ist? Wird es Zeit, Ödipus von den Fesseln eines unzeitgemäßen Verbots zu befreien und ihn dem fröhlichen Spiel seiner Lüste zu überlassen? Hört er dann auf, Ödipus zu sein? Wird Psychoanalyse dann überflüssig?

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Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 5 Euro, erm. 4 Eur

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Mittwoch, 16.05.2007

Mutter-Sprache oder "Die gerettete Zunge" (Elias Canetti)

Johanna Vennemann-Bär (Rom / Kassel)

"Die gerettete Zunge - Geschichte einer Jugend" ist der Auftakt einer Trilogie von Elias Canetti. Stellt Canetti Zunge, Ohr und Auge jeweils in den Mittelpunkt seiner bewegenden dreiteiligen Autobiographie, so geht Johanna Vennemann von seinem Kindheitsbuch "Die gerettete Zunge ..." aus, um in ihrem Vortrag der Bedeutung der Mutter-Sprache nachzugehen. Damit wird sie auch die Möglichkeiten, die eigene Zunge zu retten, um ein eigenes Sprechen zu finden, befragen. Ein Nachspüren, in welch besonderer Weise im Unbewussten Sprechen und Begehren verbunden sind, kann dabei auch verdeutlichen, was aus einem - vom Gefängnis der Konvention - befreiten Sprechen, als einer "zweiten Geburt", in einer Psychoanalyse werden kann.

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstraße 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 5 Euro, erm. 4 Eur

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Montag, 23.04.2007

Das Martyrium der heiligen Agathe - ein Symptom des Anderen?

Susanne Gottlob (Hamburg)

Die überlieferte Legende der hl. Agathe, die dem Herrscher Quintian ihren weiblichen Schoß versagt, kulminiert nach einer Kette von Foltern in der Abtrennung ihrer Brüste. Welche Impulse an Aggressivität, Angst und Triebhaftigkeit werden mit der hl. Agathe in Erinnerung gerufen - in Bezug auf das eine und das andere Geschlecht?

1755 malt G. Tiepolo das Altarbild "Das Martyrium der heiligen Agathe" (Lendanaria, heute Berliner Gemäldegalerie). Mit subtiler Kunstfertigkeit hält der Maler den Moment unmittelbar nach dem Akt der Verwundung Agathes im Bild fest. Die Wahl dieses Augenblicks heben das Deckblatt einer Idealität (im Unterschied zu andren Heiligendarstellungen u.a. Zurbarans Agathe) an, lösen es flüchtig vom göttlichen Grund: Der Zug der subjektiven Auflösung im Akt der Trennung wird nicht übersehen.
Tiepolos Neuauflage des Symptoms "Märtyrer-Sein" wirft ein anderes Licht aufs Heilige, das neben dem christlichen Gott (Ideal) gleichermaßen mit der Versagung und der Abtrennung der weiblichen Brüste auf das erste mütterliche Liebesobjekt (Ideal) verweist.
Das Sujet der Versagung ruft die Dimension der Angst auf, Angst bzw. ihr Fehlen kommen in der Strukturierung des Subjekts ein besonderer Stellenwert zu. Als wäre ohne Angst und ohne Trauer über das verlorene Liebesobjekt der Triebhaftigkeit des Anderen Tür und Tor
geöffnet ...

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 5 Euro, erm. 4 Eur

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Mittwoch, 21.03.2007

Raoul Ruiz, Généalogies d'un crime (1996)

Einführung: Eva Maria Jobst, Susanne Lüdemann

Raoul Ruiz' "Généalogies d'un crime" von 1996 lassen sich anregen vom
Fall der Kinderpsychoanalytikerin Hermine Hug-Hellmuth, die in der Nacht
vom 8. auf den 9. September 1924 von ihrem Neffen Rudolf ausgeraubt und
ermordet wurde. Der Neffe, der schließlich zu ihrem Mörder wurde und dem
sie bereits frühzeitig kriminelle Regungen unterstellt hatte, war ihr
Patient und wissenschaftliches Studienobjekt gewesen. Vom Säuglingsalter
an hatte sie ihn beobachtet und akribisch jede seiner Regungen notiert.
Sie analysierte den sexuellen Gehalt seiner kindlichen Spiele und wurde
mit diesem Material über "Das Seelenleben des Kindes" (so der Titel
einer ihrer Veröffentlichungen) eine hoch geschätzte Mitarbeiterin
Sigmund Freuds.
Raoul Ruiz verfilmt diesen Fall der Psychoanalyse, indem er ihn der
Rechtsanwältin Solange (Catherine Deneuve) zur Aufklärung übergibt, die
von sich sagt, dass sie jeden Fall verliere. Um sie, die zur
Verteidigung des mutmaßlichen Mörders bestellt wird, versammeln sich
nach und nach die dramatis personae : der Neffe und seine Tante Jeanne (
reinkarniert in Solange, die sich mehr und mehr mit Jeanne
identifiziert), der Untersuchungsrichter und ganze Scharen von
Psychoanalytikern verschiedener Provenienz ... Am Ende wird Solange vor
Gericht gewonnen haben, doch welchen Preis wird sie für ihre Aufklärung
des Falls bezahlen müssen?
Auf welche Weise der Film, ja, ob er überhaupt die Psychoanalyse den
"généalogies d'un crime" zurechnet, wäre zu diskutieren. Er interessiert
uns als Beitrag zum Thema "Fallgeschichten", mit dem er auf sehr
eigenwillige Art verfährt. Wir zeigen die französische Originalversion
mit englischen Untertiteln.


Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 5 Euro, erm. 4 Eur

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Mittwoch, 14.02.2007

Once More/Encore - von der Weiblichkeit und der Frau. Freud und sein Verfehlen des Weiblichen

Edith Seifert (Berlin)

An diesem Abend soll es noch einmal um die Weiblichkeit und die Frau gehen. Es wird sich um die Frage drehen, wieso und warum das weibliche Paradigma Freud aus dem Blick geraten konnte. Doch nicht das Psychologische am Weiblichen steht dabei zur Diskussion, vielmehr geht es um seine Notierung auf der Ebene der Schrift. Auf der nämlich - so läßt sich herauslesen - ist das Weibliche durch Hierarchisierung und "Trockenlegung" der Schrift bei Freud in den Hintergrund geraten. Die Wertschätzung der Geistigkeit trägt ein Übriges dazu bei, daß - anders als bei dem Mystiker Lacan - die Schrift und die Frau bei Freud in ihrer Materialität verkürzt auftreten.


Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 5 Euro, erm. 4 Eur

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Freitag, 15.12.2006

Die nackte Wahrheit

Aris Fioretos (Berlin)

Spätestens seitdem der trickreiche Odysseus sich als Bettler verkleidete, spielen List, Lust und Unaufrichtigkeit eine Rolle in der Literatur. An einem Abend mit dem schwedischen Autor Aris Fioretos werden manche Geheimnisse der Tarnung und Täuschung gelüftet. Fioretos liest aus veröffentlichten und neu geschriebenen Arbeiten. Zuletzt erschien von ihm der Roman "Die Wahrheit über Sascha Knisch" (DuMont, 2003) sowie der Essay "Mein schwarzer Schädel" (DAAD Künstlerprogramm, 2003).

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 17.11.2006

Zur Debatte der Laienanalyse. Psychoanalytiker als unmögliche Experten – Experten des Unmöglichen

Mai Wegener (Berlin)

Die Debatte um die so genannte Laienanalyse entbrannte 1926, nachdem Theodor Reik, der die Psychoanalyse als Nicht-Arzt praktizierte, wegen Verstoßes gegen das Kurpfuscherei-Gesetz angeklagt worden war. Freud verteidigt daraufhin die Laienpraxis in seiner Schrift zur Frage der Laienanalyse nachdrücklich. Ich möchte die von der ersten Generation von Analytikern geführte Debatte nachzeichnen und von heute aus befragen. In der Geschichte von Lacans Exkommunikation – sein Ausschluss durch die IPA 1963 – kehrte die Frage nach der Profession erneut wieder: Was autorisiert den Psychoanalytiker/die Psychoanalytikerin?

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 13.10.2006

Fallgeschichten zwischen Literatur und Psychoanalyse II

Susanne Lüdemann, Edith Seifert, Mai Wegener (Berlin)

"Ich bin nicht immer Psychotherapeut gewesen, sondern bin bei Lokaldiagnosen und Elektroprognostik erzogen worden wie andere Neuropathologen, und es berührt mich selbst noch eigentümlich, dass die Krankengeschichten, die ich schreibe, wie Novellen zu lesen sind." (Freud, 1895)
Was sagt dieses viel zitierte Freud-Wort eigentlich? Was für Novellen schreibt Freud stilistisch? Und: Dienen Fälle allein zur Illustration bereits ausgearbeiteter Theorien oder überbrücken sie eine Lücke, die in der Theorie offen bleibt? Wie vermittelt sich das Besondere eines Einzelnen in den Fallgeschichten und wo knüpfen sie ans Allgemeine an?
Wir setzen die mit dem Vortrag von Marianne Schuller im letzten Sommer begonnene Reihe fort und fragen nach der historischen und strukturellen Komplizenschaft von Literatur und Psychoanalyse.

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 30.06.2006

Asger Jorns "Stalingrad" (Vortrag & Film)

Norbert Haas (Berlin)

Asger Jorns Bild "Stalingrad" heißt mit vollem Namen "Stalingrad, le non-lieu ou le fou rire du courage, 1956, 1957-60, 1967" [Stalingrad, der Nicht-Ort oder das verrückte Lachen des Mutes...]. Es hängt heute im Silkeborg Kunstmuseum und ist mit seinen Maßen von 3,5 auf 5,4 Metern Jorns größtes Ölbild. Die Jahreszahlen, die – mit Ausnahme der einen, 1956 – in der Signatur rechts unten im Bild erscheinen, geben die vier Perdioden an, in welchen Jorn das Bild malte.

Kein anderes Bild hat Jorn so beschäftigt wie Stalingrad, nirgendwo hat er malerisch mehr riskiert, bei keinem anderen Bild setzte ihm in vergleichbarer Intensität der Gedanke zu, es durch die Überarbeitungen zerstört zu haben. Tätsachlich hat das Bild die absolute Zerstörung als Vorwurf. In diese sieht sich der Maler involviert. "Was ich im Stalingradbild auszuführen versuchte", sagt er in einem Interview, "ist inneres Miterleben. Das kann einen Künstler seine eigene Existenz kosten. Ich verstand erst später, was das bedeutet: nämlich, dass Kunst heisst, den Versuch, sich selbst zu zerstören, sein zu lassen." In der Rekonstruktion der einzelnen Phasen der Entstehung des Bildes ist man Zeuge eines Prozesses, der in Malerei und in der Auslöschung von Malerei besteht.

Jorns Stalingrad ist ein epochales Werk über die Katastrophe und das Phänomen des Erinnerns, und es ist dies vor allem im malerischen Vorgang, in welchem eine erste erinnernde Schicht, die von einer Erzählung ausgeht und einem historischen Geschehen gilt, Zug um Zug übermalt wird. Die Malerei wird vielschichtig und zugleich "poröser", "durchlässiger", bis in ihr die Spuren und Kräfte auftauchen, die sowohl der Erzählung wie der Verdrängungsleistung der Erzählung zugrunde liegen. Figuren tauchen auf und verschwinden in den vielfältig deckenden, mal schorfig dick, mal dünn lasierend aufgetragenen Weissgraus. Und in all den Aufhäufungen der riesigen Fläche. Dass die Erinnerung schwindet, wo sie am intensivsten ist, dass die Erinnerung selbst ein Schwinden ist, ist das Ereignis von Jorns Stalingrad. Im Innersten des Bildes ist nicht Erinnerung, sondern Wahrnehmung der Katastrophe.

Im Anschluss an den Vortrag, der die Arbeit des Malers an dem Bild zeigen möchte, ist Gelegenheit, den Film "Am Anfang war das Bild. Der Maler Asger Jorn" von Marie-José van de Loo zu sehen.

Beginn: 20:15 Uhr
Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 19.05.2006

Kafkas 'Ein altes Blatt' - Eine Fallgeschichte (Vortrag und Diskussion)

Marianne Schuller (Hamburg)

Ausgehend von einer Lektüre des Kafka-Textes, die auf die Frage des Gesetzes zuläuft, möchte ich die Frage aufwerfen, ob und unter welchen Bedingungen man überhaupt von einer Fallgeschichte' sprechen kann. Verlangt diese Frage, sich mit der Instanz des Erzählers auseinanderzusetzen, so wird sich die Diskussion auf das Freudsche Erzählen hin öffnen können. So sehr die Lektüre des Kafka-Textes im Vordergrund steht, so sehr werden sich auch Ausblicke auf die Problematik des Genres 'Fallgeschichte' ergeben.

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 28.04.2006

Rauh, die Stimme.... oder einige Fragen an die Stimme als Objekt

Farida Herrgott (Berlin)

Als "Rauheit" oder "Körnung" hat Roland Barthes eine Qualität der Stimme bezeichnet, die sich nicht in den Dienst des Ausdrucks, der Interpretation oder der Kommunikation stellen lässt: Rauheit ist der Körper in der singenden Stimme, die Reibung, die im Gesang entsteht, wenn die Musik auf etwas anderes trifft, das Barthes die Sprache (und keineswegs die message) nennt und das man vielleicht als den 'Schrieb des Körpers' bezeichnen könnte: Hörbar in den 'unreinen' Nebengeräuschen, die der akademische Gesang verwirft und die doch die Stimme (in der Psychoanalyse und anderswo) erst zu einem Objekt des Genießens machen können.
Die Sängerin Farida Herrgott bringt zu Gehör, warum Nebengeräusche / Nebenklänge interessant sind und nicht der Versuchung der Glätte geopfert werden sollten. Was ist das für eine Spur, ein Haften? Was ist eine 'schöne Stimme'?

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Dienstag, 11.04.2006

Buchvorstellung: Die Wette auf das Unbewußte oder Was Sie schon immer über Psychoanalyse wissen wollten

Iris Hanika, Edith Seifert (Berlin)

Der Psychoanalytiker ist ein Händler in symbolischen Waren, er zieht Wechsel auf das Unbewußte und handelt mit Dingen der Lust, die nicht den Gesetzen der kapitalistischen Logik unterstehen, sondern nach dem Verausgabungsprinzip, dem Potlatschprinzip alter Südseevölker, wenn man so will, funktionieren: Geben bis zum Ruin seiner selbst, bis Besitzdenken und Habenwollen durchkreuzt sind und man, wie Hans im Glück, leichten Herzens den Weg aus der Kur ins Freie findet. Edith Seifert

Die Schriftstellerin Iris Hanika und die Psychoanalytikerin Edith Seifert stellen die Psychoanalyse nach Jacques Lacan von beiden Seiten dar: aus der Sicht der Analytikerin sowie aus der Sicht der Analysantin. Der Vermittlung der Theorie wird dabei ebensoviel Platz eingeräumt wie dem Erfahrungsbericht, und konkrete Fragen werden konkret beantwortet.

Iris Hanika, Edith Seifert: Die Wette auf das Unbewußte oder Was Sie schon immer über Psychoanalyse wissen wollten. Suhrkamp 2006.

Achtung anderer Ort: Literaturhaus Berlin, Fasanenstr. 23, 10179 Berlin-Charlottenburg
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: 5 EUR, erm. 4 EUR

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Freitag, 31.03.2006

Schreiben, Umschreiben – Zu Sarah Kofman und Marguerite Duras

Hanna Drobnig-Naumann, Cornelia Manikowsky (Hamburg)

Die geläufigen Trennungen zwischen Leben, Werk und Autobiographie umstoßend, oder besser: in Bewegung versetzend, wird anhand von Marguerite Duras und Sarah Kofman gezeigt, wie das Verhältnis zwischen Leben und Schreiben je ganz unterschiedlich gestaltet wird.
Die 1934 geborene Sarah Kofman lehrte - von Jacques Derrida kommend - Philosophie in Paris, Kunst, Literatur und die Psychoanalyse interessierten sie besonders. Ihrem theoretischen Projekt einer "symptomalen Lektüre" von Texten liegen eigene existentielle Erfahrungen - etwa die des Zerrissenseins zwischen Judentum und Christentum, zwischen Sarah und Suzanne - zugrunde, die dennoch in kreativer Weise in ihren Schriften verwandelt werden.
Marguerite Duras, die bereits zu Lebzeiten zu "La Duras" wurde, hat mit rund 60 Büchern, 20 Filmen, mehreren Theaterstücken sowie unzähligen Zeitungsartikeln und Interviews ein umfangreiches Werk hinterlassen, in dem sowohl das Schreiben wie auch Elemente der eigenen Biographie zu zentralen Themen geworden sind. Die Grenzen nicht nur zwischen Literatur und Film, sondern auch die zwischen Literatur und Tagebuch sind dabei nicht selten übersprungen worden - anmaßend, wie ihr vorgeworfen worden ist, doch es lohnt sich, die einzelnen Texte näher anzusehen.

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 24.02.2006

Erik Porge "Schöne Paranoia"

Mai Wegener stellt Erik Porges Buch über Wilhelm Fließ vor

Erik Porge hat sich für dieses Buch über Freuds intimen Freund aus den Anfangszeiten der Psychoanalyse, den Berliner Hals-Nasen Arzt Wilhelm Fließ, in die Archive dreier Kontinente begeben und aus Jerusalem, Washington und Berlin Material zusammengetragen. So entstand die erste ausführliche Monographie, die zu Fließ' Leben und Werk vorliegt. Porge tritt mit ihr aus den umwundenen Stellungnahmen der psychoanalytischen Geschichtsschreibung zu Fließ heraus. Sein Buch entfaltet dabei – ausgehend von einer minutiösen Analyse der von Fließ gegen Weiniger und Swoboda angezettelten Plagiatsaffäre – eine weitreichende Deutungsarbeit. Von ihr lässt Porge sich zu seiner These einer 'paranoia scientifica' von Fließ führen. Er fragt außerdem nach der Bedeutung, die Fließ für Freud hatte und wie sich diese Beziehung in die Entstehung der Psychoanalyse eingeschrieben hat. Heißer Stoff also!

Erik Porge "Schöne Paranoia. Wilhelm Fließ, seine Plagiatsaffäre und Freud", aus dem Französischen von Mai Wegener, Wien: Turia + Kant 2005.

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 20.01.2006

Ecce Omo oder Wie komme ich auf dem schnellsten Weg von einem Vorstellungskreis in einen anderen?

Manfred Riepe (Frankfurt am Main)

Ausgehend vom Witzbuch, wo Freud zu systematisieren versucht, was sich der systematischen Kategorisierung entzieht, nämlich den immer nur einmal funktionierenden Witz, soll das Lacansche Verständnis der Metapher und der Metaphorik (des Witzes) im Hinblick auf das sprachlich strukturierte Unbewusste untersucht werden (und zwar nicht nur am totgerittenen Beispiel "Seine Garbe war nicht geizig, noch von Hass erfüllt"). Die Metapher strukturiert jeden Diskurs bis hin zum Smalltalk. Das Symptom als Metapher - etwa bei Freuds früher Patientin Cäcilie M., die den "Schlag ins Gesicht" wortwörtlich nimmt und spürt - ,soll verglichen werden mit dem systematischen Ausfall der Metapher im Diskurs der Psychose, wie er sich am Beispiel von Schrebers Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken zeigt.

Ort: Antiquariat Fundus, Knesebeckstr. 20 (nahe Savignyplatz)
Zeit: 20:15 Uhr, Unkostenbeitrag:5 Euro(ermäßigt 4 Euro)

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Freitag, 09.12.2005

Rita Pokorny liest aus eigenen Texten

Rita Pokorny (Berlin)

Versprengte Teile zusammenfügen, die sog. Wirklichkeit in Zeichen setzen, Angestautem einen Ausweg zeigen, die Welt und den inneren Zensor ausschließen, die eigenen Bilder hereinlassen. Sehen, wie aus der Beweglichkeit der Wörter und der fast vollständigen Unbeweglichkeit des Körpers Arbeit wird. Mit der Angst um die Oberhand wetten.

Ort: Antiquariat Fundus, Knesebeckstr. 20 (nahe Savignyplatz
Zeit: 20:15 Uhr, Unkostenbeitrag: 5 Euro (ermäßigt 4 Euro)

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Freitag, 25.11.2005

Affekt und Begehren oder: Was macht den Affekt so begehrenswert?

Marie-Luise Angerer (Köln)

Ein Blick in Publikationen aus dem Bereich der Kunst-, Medien- und Filmforschung macht augenblicklich klar: Gefühl, Emotion, Leidenschaft, Affekt sind die dominanten Themen. Feministische, insbesondere an der Psychoanalyse Lacanscher Prägung orientierte Arbeiten, zu Medien-Bild-Wahrnehmung und Subjekt werden als überholt verworfen und stattdessen wird einem Deleuze'schen "becoming-other" sowie Affektlehren wie derjenigen Silvan Tomkins gefolgt.
Diese Entwicklungen könnten auch als "normaler" shift abgetan werden, als normale Weiter- oder Gegenentwicklung, die die Postmoderne sowie den Poststrukturalismus ablösen. Doch es geht bei genauer Betrachtung um mehr: In all diesen Verlagerungen verschiebt sich zentral die Fassung des Menschen als symbolischem Wesen, das in seiner Sprache wohnt, auch wenn diese ihm nicht heimisch ist. Die psychoanalytische Fassung des Begehrens verdeutlicht ihm diese seine eigene Ex-zentrik. Mit der Konzentration hingegen auf das Affektive wird diese Spalte geschlossen und eine vermeintlich authentische/geschlossene Entität gesetzt.

Ort: Antiquariat Fundus, Knesebeckstr. 20 (nahe Savignyplatz)
Zeit: 20:15 Uhr, Unkostenbeitrag: 5 Euro (ermäßigt 4 Euro)

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Freitag, 21.10.2005

Das Reale berühren - Psychoanalyse und Kunst (Drei Vignetten)

Edith Seifert, Mai Wegener, Susanne Lüdemann (Berlin)

Das Reale ist nicht zu haben, spürbar nur als Grenze (der Deutung) und Widerstand (des Körpers). Warum also nicht drauf pfeifen und sich um andere Dinge(r) kümmern? Weil etwas (some thing) nicht aufhört zu insistieren, dazwischentritt ohne "Rücksicht auf Darstellbarkeit", und Löcher in Geschriebenes, Gemaltes und Gesprochenes reißt.
Wir fragen nach verschiedenen Weisen, das Reale zu berühren, und damit zugleich nach den kleinen und großen Differenzen von Psychoanalyse und Kunst.
Edith Seifert: Die Kunst der Kur
Mai Wegener: Objet ambigu (Paul Valéry: "Eupalinos")
Susanne Lüdemann: Gier auf eine andere Speise (Franz Kafka: "Ein Hungerkünstler")

Ort: Antiquariat Fundus, Knesebeckstr. 20 (nahe Savignyplatz)
Zeit: 20:15 Uhr, Unkostenbeitrag: 5 Euro (ermäßigt 4 Euro)

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Freitag, 24.06.2005

Psychoanalyse und Institution

Bernhard Schwaiger

Eine Äußerung Lacans bezüglich der sogenannten Psycho-Berufe wie Psychiater, Psychologen und Psychotherapeuten lautet:
'Übrigens, die Psycho- welche auch immer -, die sich so Ihrer vermeintlichen Plackerei unterziehen, haben nicht zu protestieren, sondern zu kollaborieren. Und das tun sie, ob sie es wissen oder nicht.' (in Télévison).
Ist ausgehend von dieser ernüchternden und realistischen Einschätzung des institutionellen Daseins dieser Berufe ein analytisches Hören und Sprechen in staatlichen Einrichtungen möglich? Dieser Frage soll am Beispiel einer psychologisch-therapeutischen Tätigkeit in einem Jugendgefängnis nachgegangen werden.

Beginn: 20:15 Uhr
Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Unkostenbeitrag: 5.- EUR, 4,- EUR ermäßigt

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Freitag, 27.05.2005

Der Salon stellt zwei Bücher vor:

Edith Seifert und Eva Maria Jobst stellen die Bücher von Mai Wegener zu Freuds 'Entwurf' und von Susanne Lüdemann zum politischen Imaginären vor.

Es wird um Geschichte und Gerüst der Psychoanalyse gehen und um die Frage nach den Grenzen der Psychoanalyse zur Neurologie (Freud), zur Mathematik (Lacan) und zur Sozialtheorie. Mai Wegener trägt in ihrem Buch die These vor, dass Freuds 'Entwurf' ein 'entwendeter Brief' sei und lenkt die Aufmerksamkeit auf Adressierung, Transfer und Übertragung. Susanne Lüdemann geht es darum, Lacans späten Begriff des Imaginären für eine Analyse politischer Gemeinschaftsentwürfe und der ihnen zugrunde liegenden Phantasmen fruchtbar zu machen.

- Mai Wegener: Neuronen und Neurosen. Der psychische Apparat bei Freud und Lacan. Ein historisch-theoretischer Versuch zu Freuds Entwurf von 1895. Fink 2004.
- Susanne Lüdemann: Metaphern der Gesellschaft. Studien zum soziologischen und politischen Imaginären. Fink 2004.

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr
Unkostenbeitrag: 5.- EUR, 4,- EUR ermäßigt

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Freitag, 15.04.2005

Zur Übertragung - der Analytiker als Schatzkästlein

Hanna Naumann (Hamburg)

An ein 'Sesam, öffne Dich' habe ich gedacht, an ein 'Sesam, öffne Dich' des Mundes, ein 'Sesam, öffne Dich' des Unbewußten. Ich möchte die Analyse als einen Ort vorstellen, dessen Bedingung und Grund die Übertragung ist, an dem Schätze geborgen, flüchtige Worte bewahrt und beschützt werden sollen, in ihr möchte ich die Sprache als eine Gabe betrachten, die uns vom Anderen her kommt und die dem Vermögen, aber auch den Missgeschicken und dem Scheitern des Sprechens Raum gibt. Die Übertragung spielt dabei zudem die Rolle eines Scharniers, das die Theorie und die Praxis der Psychoanalyse einander zuwendet. Ihre Konzeption - und es gibt theoretisch bedeutsame unterschiedliche Auffassungen der Übertragung - bestimmt daher unmittelbar die Handhabung einer Analyse. Ich werde zur Übertragung in der analytischen Situation sprechen: über ihren Rahmen, als das, was sie begrenzt, aber auch erst ermöglicht, über ihre Bedingungen, wie sie also zustande kommen kann, ferner wird von dem die Rede sein, was die Analyse in Gang hält und was in ihr geschieht, und nicht zuletzt werde ich den Faden, den uns Freud und Lacan zur Übertragung in die Hand gegeben haben, ein Stück aufnehmen.

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr
Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 18.03.2005

"Traumfabrik" und "Traumdeutung": Film und Psychoanalyse

Hans-Joachim Schlegel (Berlin)

Film und Psychoanalyse haben nicht nur ihre zeitliche "Zwillingsgeburt" gemeinsam: Mit einer Einführung in die Geschichte und Theorie ihrer strukturellen Wechselbeziehungen will der interdiziplinär arbeitende Filmhistoriker und -theoretiker Hans-Joachim Schlegel einen anfangs durchaus noch nicht selbstverständlichen Dialog ermuntern: Freud verhielt sich dem Film gegenüber bekanntlich skeptisch- reserviert. Ganz anders als Karl Abraham, Hanns Sachs und Otto Rank, dessen 1914 in "Imago" veröffentlichte Studie "Der Doppelgänger" eine psychoanalytische Reaktion auf Stellan Ryes Film "Der Student von Prag" (1913) darstellt: Dieser Film und Ranks Analyse werden im Mittelpunkt des Salon-Abends zum Thema stehen.

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (Nähe Savignyplatz), 10623 Berlin
Beginn: 20:15 Uhr
Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 11.02.2005

Leontien oder: Das Geräusch des Werdens

Claus Heck (Berlin)

Claus Hecks Roman erzählt von dem in seiner Jugend erblindeten Manuel, der kurz vor dem Ausbruch des Krieges auf dem Balkan nach Paris auswandert. Dort lernt er Leontien kennen, die in ihm eine künstlerische Begabung entdeckt und diese fördern und einen Maler aus ihm formen will. Das erste Kapitel beginnt mit einer Vernissage, auf der Manuel das präsentierte Bild anhand seiner Autobiografie beschreibt, das letzte Kapitel endet mit dieser Vernissage. Dazwischen entfaltet sich die Geschichte des Romans.

Manuel erzählt von Erinnerungen an visuelle Eindrücke, von der Veränderung seines Raumempfindens und der Bedeutung der Ordnung; er berichtet von seiner Wut und seinem Wunsch sehen zu können und davon, wie die Dimensionen des Tastens und Hörens die des Sehens ersetzen: "Man müsste all das, was wird, was entsteht oder vergeht, alles, was eine Entwicklung nimmt, einen Verlauf oder eine Veränderung, man müsste alles dazu verpflichten, ein Geräusch dabei zu hinterlassen. Denn nur am Geräusch des Werdens kann ich erkennen, dass etwas ist"

Blindheit ist nicht nur das Thema dieses Romans, sondern sein Konstruktionsmerkmal. Die vorherrschende Tendenz ist die der allmählichen Verdichtung der Gewebestruktur und der Führung des Lesers durch den Text- und Bildkorpus. Die einzelnen Bilder und Perspektiven werden nach und nach zu einem zusammenhängenden Seheindruck verschmolzen. Daneben artikuliert sich aber auch die deutlich schwächer ausgeprägte, gegenteilige Tendenz: Nicht alle Umstände die der Text produziert, werden vollständig beantwortet - sie alle hinterlassen jedoch ein Geräusch. Es bleiben Unschärfen, der zur Spekulation Anlass geben. Blindheit, so könnte man formulieren, lässt sich nicht beschreiben, sie lässt sich nur erleben.

Der Autor gibt einen Überblick über die Handlung und liest zwei oder drei Kapitel.

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (zwischen Savignyplatz und Goethestr), 10623 Berlin
Beginn: 20:30 Uhr; Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 14.01.2005

Den Bräuten von Karyai

Friedrich Kittler (Berlin)

Moderne Adoleszenz scheint von Göttern, Eltern und Älteren verlassen und landet folglich in Ehescheidung und/oder psychoanalytischer Behandlung; Jugend bei den archaischen Griechen, d.h. bevor Athen alle Frauen und Töchter (außer den Hetären) kasernierte, war dagegen für beide Geschlechter ein polymorph-perverses Fest von Staats wegen, an dessen Ende eine offenbar stabile Genitalität stand.

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (zwischen Savignyplatz und Goethestr), 10623 Berlin
Beginn: 20:30 Uhr;
Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 10.12.2004

Schwierigkeiten mit der weiblichen Sexualität

Edith Seifert (Berlin)

Ich gehe in dem Vortrag noch einmal den Linien der Freudschen Sexualkonstruktion nach und frage nach der Bedeutung der Kastration. Ich zeige auf, daß in die Wahrnehmung des anderen Geschlechts verschiedene Treibaspekte verwickelt sind: die Kastration selbst ist ein Wahrnehmungsvorgang; sie ist ein Geschehen, das die Trennung von Innen und Außen berührt; das Auswirkungen auf die Erzeugung der physischen und psychischen Realität hat und zwar im Punkt der Erregungs- und Lustvorgänge.

Textgrundlage: Freud, Einige psychische Folgen des anatomischen Geschlechtsunterschiedes (1925)

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (zwischen Savignyplatz und Goethestr), 10623 Berlin
Beginn: 20:30 Uhr;
Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 26.11.2004

Die Angst ist nicht ohne ... Objekt

Eva Maria Jobst, Mai Wegener (Berlin)

Es war einmal einer, der auszog das Fürchten zu lernen. Er konnte nichts begreifen und lernen und besonders nicht das Gruseln, von dem sein Bruder und die anderen sprachen. Als es daran ging, daß er etwas fürs Leben lernen sollte, sagte er, daß er das Gruseln lernen wolle, und sein Vater antwortete ihm, daß er das Gruseln wohl lernen, aber davon kein Geld verdienen werde. So zog er aus, doch keine der Totenwachen und Gespensterbegegnungen lehrte ihn das Gruseln, auch nicht die 3 Nächte im verwünschten Schloß des Königs - die ihm statt dessen die Hand der Königstochter einbrachten. Als er aber als jungvermählter König noch immer klagte, "wenn es mir nur gruselte", holte das Kammermädchen einen Eimer mit Wasser voller Grundlinge, und hieß seine Gemahlin ihm im Bett die Decke wegziehen und den Eimer über ihn ausgießen. Als die Fischlein da an seinem Körper zappelten, wachte er auf und rief: "Ach, was gruselt mir, was gruselt mir, liebe Frau! Ja, nun weiß ich, was Gruseln ist."

Die Veranstaltung ist als Auftakt zu einer Arbeitsgruppe zu Lacans Seminar L¿Angoisse (1962-63) gedacht. Sie soll monatlich tagen, an ihr kann teilnehmen, wer möchte.

Ort: Antiquariat FUNDUS, Knesebeckstr. 20 (zwischen Savignyplatz und Goethestr), 10623 Berlin
Beginn: 20:30 Uhr;
Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 15.10.2004

Bertha Pappenheim (Anna O.), Literarische und publizistische Texte

Lesung mit Diskussion: Lena Kugler (Konstanz / Berlin)

Josef Breuers und Sigmund Freuds "Studien über Hysterie", jene Sammlung von Krankengeschichten hysterischer Frauen, die sich, wie Freud selbst in einer eleganten Geste des Erstaunens schrieb, wie Novellen lesen, erschienen 1895. Bevor Bertha Pappenheim in diesem Buch als Anna O. und erste Fallgeschichte vorgestellt wurde, hatte sie anonym und unter dem Pseudonym "P.Berthold" schon Kindergeschichten und einen Band Erzählungen veröffentlicht. Sie selbst gab ihre Texte erst ab 1900 unter ihrem Namen heraus, und es dauerte bis in die fünfziger Jahre, bis Freuds Biograph Ernest Jones die Identität von Anna O. und Bertha Pappenheim preisgab. Fortan galt Bertha Pappenheim nicht nur als Gründerin des 1904 entstandenen "Jüdischen Frauenbundes", sondern auch als Erfinderin der psychoanalytischen 'talking cure'. Nicht zuletzt Freud versah diese Ursprungslegende des psychoanalytischen Aberzählens mit immer wieder neuen Korrekturen, und auch ohne von einer"hundertjährigen Irreführung" (Mikkel Borch-Jakobson) sprechen zu wollen, bleibt festzuhalten, daß Pappenheims eigene Geschichten nur selten Eingang in die Überlegungen zum Ursprung der Psychoanalyse fanden. Auch wenn mit Bertha Pappenheim vielleicht keine große Literatin zu entdecken ist, geben ihre literarischen und publizistischen Texte Einblick in eine brüchige Zeit, deren engagierte und kluge Zeugin sie als Jüdin, Pädagogin und Frauenrechtlerin war - und zeigen gleichzeitig Grenzen der Psychoanalyse auf: Eine Art Gegenkommentar, der seinerseits die 'verdrängten' jüdischen Wurzeln der Psychoanalyse zutage fördert.

Herausgegeben wurden die Texte Bertha Pappenheims von dem Literaturwissenschaftler Albrecht Koschorke und der Schriftstellerin Lena Kugler, die sich bereits in ihrem 2001 erschienenen Debütroman "Wie viele Züge" mit der Problematik jüdischer Identität in Deutschland beschäftigt hat.

Veranstaltungsort: Autorenbuchhandlung, Carmerstr. 10, 10623 Berlin-Charlottenburg
Beginn: 20 Uhr;
Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 11.06.2004

Warum Lacan und Derrida so aufeinander losgegangen sind

Vortrag von Norbert Haas (Berlin)

Oktober 1966, Baltimore, beim Strukturalistenkongress an der Johns Hopkins University. Lacan sieht Derrida zum erstenmal (sie sollen sich nur zweimal im Leben gesehen haben) und begrüsst ihn: "Ah, bis hierher musste man kommen, um Sie endlich zu treffen!" Eine durchaus freundliche Begrüssung, könnte man meinen. Derrida zögert auch keinen Augenblick und fragt sehr direkt (was schon erstaunlich ist) nach Lacans sujet de la parole, mithin nach Lacans Wahrheitsbegriff in der "Rede von Rom". Und auf der Stelle ist eine Verständigung nicht mehr möglich.

In seiner Antwort beschränkt Lacan sich nämlich nicht auf die Bemerkung, dass sein Subjekt sich nicht von dem unterscheide, das Derrida der Theorie des Subjekts in der Philosophie entgegensetze (was einer Verständigung hätte förderlich sein können, könnte man meinen), sondern er beeilt sich hinzuzufügen: "Sie ertragen es nicht, dass ich bereits gesagt habe, was Sie gerne sagen möchten!" Und damit ist das Gespräch am Ende.

Eine Rempelei auf dem Paviansfelsen des Pariser Theoriegartens? Vielleicht. Vielleicht nicht nur. "Ich, die Wahrheit, ich spreche" - das kann schliesslich jeder von sich behaupten, Lacan, Derrida, du, ich. Nur das zu sagen, lässt die Rede zur blossen Wahrheit verkommen. Aber: "Noch die nackte Wahrheit ist Metapher", formuliert N.H., gleichviel, ob mit Lacan oder Derrida, und da lässt sich doch anknüpfen.

Veranstaltungsort: Autorenbuchhandlung, Carmerstr. 10, 10623 Berlin-Charlottenburg
Beginn: 20 Uhr;
Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 23.04.2004

Wanderer - Fantasien. Franz Liszt und die Figuren des Begehrens

Ein Vortrag am Klavier von Gerhard Herrgott

1835 komponiert Liszt Vallée d' Obermann - ein Klavierstück nach Senancours Briefroman Oberman, dem Kultbuch der französischen Romantiker. Zwanzig Jahre später schreibt Liszt die Frühfassung um, dabei kommt, wie er seiner Geliebten schreibt, ein ziemlich verworrenes Stück heraus, das einen Platz auf dem Parnasso confuso verdiene. Ich werde diesen Lisztschen Verwirrungen nachgehen, und ebenso der Frage, wie Liszt Senancours literarische Wanderer-Fantasie musikalisch weitergedichtet hat. Es stellt sich heraus, daß Liszt der romantischen Figur des Wanderers eine Dimension hinzufügt: Daß der Wanderer auf seiner Suche nicht nur das Objekt seiner Sehnsucht umschreibt, sondern daß er dabei gleichzeitig die ganze Zeit etwas umschreibt, etwas von dem der Wanderer ausgeht, ohne es zu kennen; was er einzig kennt, ist ein konfuser Ausgangszustand, der Anlaß aufzubrechen. G.H.

Veranstaltungsort: Vivaldisaal, Lehrterstr. 57, 10557 Berlin
Beginn: : 19.30 Uhr;
Unkostenbeitrag: 12.- ¤, ermäßigt 8.- ¤

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Samstag, 27.03.2004

Psychoanalytiker, noch eine Anstrengung, wenn ihr Franzosen sein wollt!

Diskussionsabend zur Ethik der Psychoanalyse mit E.M. Jobst, S. Lüdemann, M. Wegener, E. Seifert

Lacans Seminar VII (Die Ethik der Psychoanalyse) beginnt mit der Diagnose, daß "die naturalistische Befreiung des Begehrens historisch gescheitert ist", und endet mit der Behauptung, "daß es nur eines gibt, dessen man schuldig sein kann, zumindest in analytischer Perspektive, und das ist, abgelassen zu haben von seinem Begehren." Ein Ankerpunkt auf dem Weg, der sich zwischen diesen beiden Sätzen erstreckt, ist die Interpretation der Philosophie im Boudoir des Marquis de Sade (darin enthalten das politische Pamphlet "Franzosen, noch eine Anstrengung, wenn ihr Republikaner sein wollt!"). Wir nehmen de Sades Pamphlet und Lacans Seminar VII zum Anlaß, Fragen einer Ethik der Psychoanalyse - auch jenseits dieser Texte - erneut zu diskutieren. Besonderes Interesse gilt dabei der Frage des Gesetzes und ihren unterschiedlichen Fassungen in Psychoanalyse und Psychotherapie. Die Veranstaltung bildet den Auftakt zu einer Reihe, die in den Sommermonaten fortgesetzt werden soll.

Veranstaltungsort: Eggers Landwehr, Rosa-Luxemburg-Str. 17, 10178 Berlin-Mitte (zw. Alexanderplatz u. Volksbühne);
Beginn: 20 Uhr;
Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 27.06.2003

Daniel Paul Schrebers geheime Geschichte der Modernität

Erik Santner

Ort: Verein zur Förderung des rigorosen Glücks, Skalitzer Straße 82, Berlin-Kreuzberg
Beginn: 20 Uhr
Unkostenbeitrag: 5.- EUR, 4,- EUR ermäßigt

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Freitag, 30.05.2003

Zum Mann Moses

Thanos Lipowatz

JULIETTES LITERATURSALON, Gormannstraße 25, 10119 Berlin Mitte
Beginn: 20 Uhr
Unkostenbeitrag: 5.- EUR, 4,- EUR ermäßigt

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Freitag, 25.04.2003

Lesung: "Das Loch im Brot"

Iris Hanika liest aus ihrem neuen Buch

Beginn: 20 Uhr
Ort: Galerie am Savignyplatz
5.- EUR, 4.- EUR ermäßigt

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Freitag, 14.03.2003

Streitbegriffe der Psychoanalyse II: Trieb

Frank Pilgram, Edith Seifert

Einer der schwierigsten und mißverständlichsten Grundbegriffe der Psychoanalyse: Uns geht es um den Versuch, unterschiedliche Zugänge zu eröffnen und zu befragen.
Text: Sigmund Freud, Triebe und Triebschicksale (1915)

JULIETTES LITERATURSALON, Gormannstraße 25, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- EUR, 4.- EUR ermäßigt

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Freitag, 21.02.2003

Lesung: Berta Pappenheim (Anna O.), Literarische und publizistische Texte

Lena Kugler (Konstanz)

Die letztes Jahr von Lena Kugler und Albrecht Koschorke bei Turia & Kant edierten Texte Berta Pappenheims, die die Psychoanalyse auf den Namen "talking cure" taufte, geben Einblick in eine brüchige Zeit, deren kluge Zeugin sie als Jüdin, Pädagogin und Frauenrechtlerin war - und zeigen gleichzeitig auf, was Freud und Breuer verschwiegen: Sie bilden eine Art "Gegenkommentar" zu den Studien über Hysterie, der seinerseits die jüdischen Wurzeln der Psychoanalyse zutage fördert.

Die Veranstaltung musste vertagt werden, siehe 15.10.2004

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Freitag, 17.01.2003

Streitbegriffe der Psychoanalyse I: Das Unbewußte

Edith Seifert, Mai Wegener, Susanne Lüdemann

Text: Sigmund Freud, Das Unbewußte (1915)

JULIETTES LITERATURSALON, Gormannstr.25, 10119 Berlin-Mitte
Zeit: Beginn 20 Uhr
Unkostenbeitrag: 4-5 Euro

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Freitag, 08.11.2002

Wozu Psychoanalyse?

Susanne Lüdemann, Edith Seifert, Mai Wegener (Berlin)

Als Anknüpfungspunkt dient uns das dieses Jahr auf deutsch erschienene Buch von Elisabeth Roudinesco gleichen Titels (Klett-Cotta Verlag).

JULIETTES LITERATURSALON, Gormannstraße 25, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 28.06.2002

Drei oder vier Versuche über das Verhältnis von Psychoanalyse und Kunst

Eva Maria Jobst, Susanne Lüdemann, Edith Seifert, Mai Wegener (Berlin)

Wie Freud und Lacan mit Literatur und Kunst umgehen, ist haarsträubend. Die Psychoanalyse muß aber bei Kunst und Literatur Anleihen nehmen, sonst wird sie Therapie.
Pathologien sind schön.

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- EUR, 4.- EUR ermäßigt

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Freitag, 07.06.2002

Zu Kants Auffassung vom "Ding an sich"

Jobst Dahle (Hamburg)

Im Aberglauben hat das Wort "Ding" eine zweifache Bedeutung. Zum einen bezeichnet "Ding" ein Unglück, sei es in Form von Unwettern, Krankheiten oder gefährlichen Tieren, zum andern bezeichnet "Ding" etwas Unbekanntes, Ungreifbares. Die Ding-Benennung will demnach einerseits die Dinge nicht beim Namen nennen, um so das mit "Ding" bezeichnete Unglück zu bannen und nicht herbeizurufen, andererseits ist die Benutzung des Wortes "Ding" gerade Ausdruck von Nicht-Nennbarem und verdeutlicht so in der Logik des Wortgebrauchs eine potenzierte Gefahr. Etymologisch hängt "Ding" mit dem Verb "denken" zusammen und besagt das "Gedachte", entsprechend dem lateinischen "res", welches in der Wurzel mit dem Verb "reor" übereinstimmt und das "Besprochene" bedeutet. So läßt sich fragen, was dann mit dem "Ding" gedacht werden kann angesichts einer lebendigen Traditon des Aberglaubens, wie sie Kant sehr vertraut war.

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- EUR, 4.- EUR ermäßigt

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Freitag, 10.05.2002

Zum Bild-Blick Verhältnis in der Psychoanalyse

Maria Talarouga (Berlin) / Herbert Neidhöfer (Hamburg)

Gedanken über verkehrte Unheimlichkeiten und Träger von Bedeutungen

Fragt man nach dem Verhältnis von Blick und Bild, so erhält man schier unendlich viele Antworten, wobei jedoch die Frage selbst obskur bleibt. Stellt man der Psychoanalyse diese Frage, so merkt man schnell, dass man eine ihrer Hauptschlagadern getroffen hat, zumal dass die Psychoanalyse hauptsächlich auf die Sprache, die Rede den Logos rekurriert. Mit dem Bildbegriff stößt man auf eine Stummheit, die erst recht mit dem Blick zu einer Hämorrhagie wird, der das Subjekt beim Durchlaufen seiner Geschichte ausgeliefert ist. Wie ist das noch zu vermitteln?

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- EUR, 4.- EUR ermäßigt

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Freitag, 05.04.2002

Das Weiße begehren. Herman Melvilles "Moby Dick"

Erik Porath (Berlin)

Das Weiß des Wals markiert in Melvilles großartigem Text jenen Bezugspunkt, an dem alle Bezugnahmen ins Leere zu greifen scheinen. Gleichwohl geht von dieser Ungreifbarkeit eine Anziehungskraft aus, die die gesamte Dynamik des Romans auf verschiedensten Ebenen auszeichnet. Das Weiß fungiert nicht nur als ein Symbol von Unbestimmtheit, vielmehr entfaltet Melville im 42. Kapitel eine strukturelle Auffassung dieser "farblosen Allfarbe der Gottlosigkeit". Die unberechenbare Überlagerung verschiedener Dimensionen von Andersheit in "Moby Dick" wirft ein besonderes Licht auf die Rätselhaftigkeit der Subjektivität selbst, wie sie auch in Jacques Lacans subjektkonstitutiver Theorie des Begehrens als Begehren des anderen analysiert wird.

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- EUR, 4.- EUR ermäßigt

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Freitag, 15.02.2002

Mit den Ohren lesen

Peter Müller (Karlsruhe)

Wenn die Psychoanalyse nur ein Austausch von Worten ist, was trägt diesen Prozeß? Was wird übertragen?
Übertragung und Bindung

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- EUR, 4.- EUR ermäßigt

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Freitag, 11.01.2002

Die Analyse der Kunst

Walter Lokau (Berlin)

Seitdem im Laufe des 19ten Jahrhundert ästhetische Darstellungs-Programme durch die geschichtliche Veränderung ihrer Kontexte Grund und Berechtigung eingebüßt haben, leiden die bildenden Künste an sich: indem sie nicht mehr wissen, was sie tun sollen, sind sie gezwungen fortgesetzt ihre historisch gewordenen Mittel und Formen zu inszenieren - mit dem Ziel der Erlösung von all' dem, was sie einst waren. Läßt sich dieser paradoxe Progreß kultureller Formen, wie nennen ihn "die künstlerische Moderne", jenseits jedes Psychologismus in Begriffen beschreiben, wie sie Freud für die psychoanalytische Kur entwickelt hat? Ist die Selbstanalyse der Malerei des 20ten Jahrhunderts ein Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten? Ist diese Analyse endlich? Ist sie unendlich?

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- EUR, 4.- EUR ermäßigt

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Donnerstag, 13.12.2001

Zum Verhältnis von Neurowissenschaft und Psychoanalyse

Edith Seifert (Berlin)

Es sieht so aus, als hätten die Neurowissenschaften die Psychoanalyse eingeholt. Nach Ansicht einiger Neurowissenschaftler ist es nämlich gelungen, die Freudschen Axiome und Hypothesen zu verifizieren. Und tatsächlich weist die Organisation der neuronalen Netze und des psychischen Apparates Ähnlichkeiten auf. Fragen wir trotzdem nach den Unterschieden.

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 10.- DM, erm. 8.-DM

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Freitag, 09.11.2001

Izutsu - Komplex. Psychoanalyse des No-Theater

Toshiaki Kobayashi (Berlin)

Ausgehend von einer Einführung in die japanische Tradition des No-Theater wird T. Kobayashi das No-Stück "Izutsu" von Seami Motokiyo vorstellen (unterstützt duch Video-Auszüge aus der Aufführung) und ihm eine psychoanalytische Deutung zukommen lassen.
T. Kobayashis Vortrag mag auch ein Ausgangspunkt sein, über Psychoanalyse in Japan überhaupt zu sprechen.

Veranstaltungsort: AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Zeit: 20 Uhr
10,- DM; 8,- DM ermäßigt

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Freitag, 06.07.2001

Verschleierung.

Ali Fooladin (Hamburg)

Ein Beitrag zur Bedeutung des Schleiers im Iran

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Donnerstag, 21.06.2001

Psychoanalyse und Exil.

Vreni Haas (Berlin)

Der Vortrag will keine Psychoanalyse des Exils vorstellen, sondern konkret Psychoanalyse, Exil und Sprache behandeln. Frage ist dabei, ob der andere Schauplatz der Psychoanalyse nicht schon eine Migration oder ein Exil bedeutet. Ausgegangen wird dabei von einer Lektüre von Freuds "Unbehagen in der Kultur".

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 18.05.2001

Die Faszination schizophrener Psychosen

Martin Heinze (Teupitz / Berlin)

Wahnsinn und Verrücktheit sind seit den 70ern (seit Foucault) in Wissenschaftsgeschichte und Kulturtheorie in Mode gekommen und dem Schizophrenen geht die Aura des Genialen voraus. Martin Heinze (Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Teupitz) stellt die Geschichte der psychiatrischen Konzeptbildung vor und fragt, warum gerade die Schizophrenie so große Faszination auf die Intellektuellen ausübt.

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 06.04.2001

Unbewußtes Körperbild - Subjekt und grünes Haus

Tina Buhmann (Berlin)

Françoise Dolto (1908-1988) kannte die den Analytikern eigenen Berührungsängste dem sozialen Feld gegenüber nicht. Ausgehend von ihrer Körperbildtheorie kreierte sie ein Präventionsmodell. Ist Erziehen doch eine mögliche Aufgabe?

JULIETTES LITERATURSALON, Gormannstraße 25, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Donnerstag, 22.03.2001

Erinnerung als Zeitlücke der Erfahrung

Eveline Goodman-Thau (Jerusalem / Berlin)

Frau Goodmann-Thau ist Privatdozentin in Kassel, hat als Gastprofessorin in Deutschland, den USA und Israel gelebt und zahlreiche Veröffentlichungen zur Religionsgeschichte, Kabbala, zum jüdischen Denken und der europäischen Geistesgeschichte vorgelegt.

JULIETTES LITERATURSALON, Gormannstraße 25, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 09.02.2001

"... wie wenn ein Wilder aus dem Schädel des Feindes Met trinkt" - Freud und die Medizin

Mai Wegener (Berlin)

Freuds Bruch mit der Medizin, dessen historische Wegmarkierungen ich nachzeichnen möchte, wird unterschätzt - wie sonst könnte sich die Psychoanalyse derart medizinalisiert haben. Dieser Bruch aber ist konstitutiv für die Eröffnung des "anderen Schauplatzes". Es lohnt, zu rekonstruieren wie er vor sich gegangen ist, und wo die Bruchstelle verläuft.

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 05.01.2001

Gesetz und Institution (P. Legendre III)

Marianne Schuller (Hamburg)

Wenn Institutionen besetzbare Bilder bieten, die einen Wiedererkennungswert haben, wenn die Bilder der Wiederholung in der Weise dienen, daß sie mit der Zeit zwingend werden, so steht dieser Wiederholungszwang auf der Seite des Todestriebes. Es stellt sich die Frage, ob und in welcher Weise dieser Zug der Institution unterbrochen werden kann. Der Vortrag wird sich nicht nur der Frage der "psychoanalytischen Institution" zuwenden, sondern auch der Universität.

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Freitag, 01.12.2000

Freud, Lacan und Lévinas. Zur psychoanalytischen und philosophischen Theorie des Anderen

Christian Kupke (Berlin)

Daß die Psychoanalyse eine Theorie des Anderen im strengen Sinne sei oder, als Praxis, impliziere, ist keine von Freuds expliziten Grundannahmen. Aber in ihrer Wendung durch den Lacanschen Diskurs läßt sich die Psychoanalyse als Theorie des Anderen durchaus begreifen. Seit dem Seminar über "Die Ethik der Psychoanalyse" (1959/60) gestaltet sich diese Theorie des Anderen zudem - unverkennbar philosophisch - als Theorie des Dings. Den Inzitamenten einer solchen Lacanschen Transformation im Werk von Lévinas nachzuspüren und die Risiken zu benennen, die mit ihr verbunden sind, wird eines der Hauptanliegen des Vortrags sein.

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 10.11.2000

Das Rituelle sehen in der Psychoanalyse

Maria Elisabeth Fink (Berlin)

Warum erweist sich die vielfältige Kritik an den psychoanalytischen Institutionen als wirkungslos? Obwohl die Lehranalyse den Anspruch erhebt, die Selbstreflexion auf Vernunft und Trieb dem Einzelnen erfahrbar zu machen, ist sie in Studienverhältnisse eingebunden, in denen die Durcharbeitung der Übertragung in Form und Funktion das Ritual nicht aufheben kann. In jener ursprünglich religiösen Praxis wird Angst gebunden, indem das Individuelle zugunsten des gesellschaftlichen Zusammenhaltes geopfert wird. Derart veranstaltet ist das psychoanalytische Unternehmen stets in Gefahr, in sein Gegenteil umzuschlagen: es fällt in die negative Dialektik der Aufklärung zurück und bringt die Hemmung hervor.

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 13.10.2000

Freud - Lacan : Das Unbewußte - L'une-bévue

Eva Maria Jobst, Susanne Lüdemann, Edith Seifert, Mai Wegener (Berlin)

Lacans vielzitierte "Rückkehr zu Freud" könnte den Eindruck erwecken, es gäbe hier einen kontinuierlichen Übergang. Tatsächlich besteht ein namhafter Unterschied. Die Beiträge wollen die Differenz zwischen Freud und Lacan von unterschiedlichen Aspekten her artikulieren.

JULIETTES LITERATURSALON, Gormannstraße 25, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 07.07.2000

Psychoanalyse und Surrealismus

Herbert Bickel (Innsbruck)

Wer Surrealismus hört, denkt zunächst an Bildende Kunst und Malerei und bringt mit einiger Verzögerung vielleicht noch etwas frankophone Literatur ins Spiel. Beide Assoziationen führen auf die falsche Fährte: Surrealismus ist kein künstlerisches oder literarisches Unternehmen, auch wenn durch surrealistisches Denken und Handeln Kunst und Poesie entsteht. Surrealismus ist ein Lebensentwurf, der sich erstens an Erkenntnis jenseits des Sichtbaren und Rationalen orientiert, sich zweitens psychoanalytisch-surrealistischer Praktiken bedient und drittens Revolte und Revolution im Sinne eine umfassenden Befreiung propagiert. Kunst und Poesie stehen dabei im Dienst dieser Ziele, das künstlerische bzw. literarische Werk an sich ist nicht von Belang.

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 09.06.2000

(Re)produktionen großer Meister oder die paternelle Ätiologie der Psychoanalyse

Susanne Lüdemann (Berlin)

Von der Verführungstheorie bis zum Mythos vom Vatermord kreist der Text Freuds um die Figur des perversen, des inzestuösen Vaters. Im Begehren des Vaters - im doppelten Sinn des Genitivs - vermutet Freud den Ursprung der Neurose ebenso wie den Ursprung des Gesetzes; in allen seinen Krankengeschichten stellt der Vater die zentrale Schaltstelle der Neurose (bzw. der Psychose) dar. Der Vortrag folgt dem "Vaterbegehren" Freuds und entziffert es als Ursprungsbegehren, als Begehren nach dem Realen.

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 12.05.2000

Lacans Knoten

Max Kleiner (Hamburg)

In der Figur des borromäischen Knotens verknüpft Lacan die drei grundlegenden Dimensionen seiner Theorie des psychoanalytischen Subjekts: das Reale, das Symbolische und das Imaginäre; dabei stellt dieser Knoten für Lacan eine Art Metapsychologie dar, die jedoch selbst ihre Konsistenz aus einer Verknotung der drei Register bezieht: als ein durchaus imaginäres Modell für ein Subjekt der Sprache konstituiert der Knoten zugleich die Dimensionen eines Raumes, in dem eine Logik des Realen entwickelt werden kann. In einem solchen Raum ermöglicht der Verzicht auf die Geradlinigkeit der Geometrie zugunsten der Biegsamkeit der Topologie einen theoretischen Diskurs, der in der Lage ist, das Subjekt des Unbewußten in seinen Konturen nachzuzeichnen.
Würde es also ein verknoteter Raum möglich machen, einen psychischen Apparat zu konzipieren, der seine Form weniger der globalen Potenz des Auges als dem Labyrinth des Ohres zu verdanken hätte?

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Donnerstag, 06.04.2000

Die Tramdeutung als Schibboleth (und im Schatten der Illegitimität)

Ygal Blumenberg (Berlin)

Themen des Vortrags werden Freuds Beziehung zu Wilhelm Fließ, die Übertragung und die Auseinandersetzung mit Freuds Herkunft sein.

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 03.03.2000

'Ich kann Papa Ferenczi küssen, so oft ich will'

Bernd Arlt - Niedecken (Hamburg)

Wenn die Institutionalisierung der Psychoanalyse eine 'seriöse' und 'wissenschaftlich anerkannte' Technik 'garantiert', so lenkt sie auf die Frage nach dem darin wirkenden Begehren und auch nach dem Ort, an dem das Analysieren dieser Institutionalisierung stattfindet.
Ein Vortrag zu Institutionalisierung und Begehren der Psychoanalyse

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 11.02.2000

Freuds Experiment

Mai Wegener (Berlin)

Ein Vortrag zur Frühgeschichte der Psychoanalyse

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 07.01.2000

"Ich habe gedacht..." - Vorläufige psychoanalytische Überlegungen zur Zwangsneurose

Peter Warsitz (Kassel)

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 03.12.1999

Daniel Paul Schreber : Der Konstrukteur

Simone Bernet (Berlin)

In dem Maße, wie die psychoanalytische Technik der 'Konstruktion' den traditionellen Geschichts- wie Wahrheitsbegriff der 'Deutung' beharrlich modifiziert, ist sie, laut Freud, als der Wahnkonstruktion äquivalent anzusehen. Auch Lacans Freud-Rezeption affirmiert diese Nähe zur paranoischen Konstruktion etwa damit, daß er den Paranoiker as Märtyrer des Unbewußten beschreibt. Welches Wagnis unternimmt die Psychoanalyse, wenn sie, im Dialog mit der Unvernunft, Schrebers Leid als Subtext ihrer Theorie und Praxis versteht

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 05.11.1999

Anna O. und was Freud aus der Hysterie weiter gemacht hat

Edith Seifert (Berlin)

Ausgehend von dem umstrittenen Buch von Mikkel Borch-Jacobsen, 'Anna O. zum Gedächtnis. Eine hundertjährige Irreführung' (München 1997), soll dieser Sündenfall der Psychoanalyse präsentiert und daran anschließend das weitere Freudsche Hysteriekonzept vorgestellt werden.

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 15.10.1999

An der Körperperipherie

Mai Wegener, Edith Seifert, Susanne Lüdemann (Berlin)

'Ich beschränke mich aber darauf zu sagen, daß ich keine Schwierigkeit darin finde, eine physische Welt neben der psychischen anzuerkennen, in der Art, daß die letztere ein Teilgebiet der ersteren ist.' (S. Freud)

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 02.07.1999

Kontroverse Laplanche/ Lacan

Edith Seifert und Udo Hock (Berlin)

Lacans Setzung des unbewußten, das strukturiert ist wie eine Sprache, wird selbst im Lacanschen Umfeld kontrovers diskutiert. Berühmt ist die Debatte, die Serge Leclaire und Jean Laplanche 1961 mit ihrer These vom Unbewußten, das Voraussetzung der Sprache ist, entfacht haben. Der Laplanche Übersetzer Udo Hock (Abraham Institut) und Edith Seifert vom Psychoanalytischen Salon rollen diese Kontroverse neu auf.

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 04.06.1999

Kyrie für Klara. Kinder- und Männerszenen von Robert Schumann

Gerhard Herrgott (Berlin)

Ein Vortrag am Klavier
Seit Jahrhunderten wird die Musik als eine Sprache aufgefaßt; von Lacan stammt die Formel, das Unbewußte sei strukturiert wie eine Sprache. Sollten sich von diesem Kreuzungspunkt aus nicht einige neue Ausblicke auf die "Tonkunst als die Sprache der Seele" (Schumann) bieten? Ich mache die Probe aufs Exempel anhand eines Klavierstücks von Robert Schumann, der letzten Novellette aus op. 21. Es wird sich herausstellen, daß die Novellette nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern zwei - die einander buchstäblich widersprechen.

Ort: Kulturbrauerei, Knaackstr 97, 10535 Berlin - Prenzlauer Berg (U - Eberswalderstraße)
Eintritt: 15.- DM

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Freitag, 14.05.1999

'Im Namen des Sinns' Über einige Fragen, die jeder möglichen Übersetzung Lacans vorausgehen

Gerhard Schmitz

Unter dem Namen Lacans zirkulieren Texte, die deren französischer Herausgeber "im Namen des Sinns" aus Tonbändern und zum Teil erheblich voeneinandere abweichenden Mitschriften kompiliert hat. Die textteoretischen Voraussetzungen der franz. Editionspolitik stehen ebenso zur Diskussion wie ihre Konsequenzen für die Praxis der deutschen Übersetzer.

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 30.04.1999

Unbehagen

Eckhard Bär (Kassel)

Wenn sich mit der Psychoanalyse auch kein konsistenter und renommierter Diskurs machen läßt, so stellt sich dennoch die Frage, ob sie nur "buchstäbliche Zerlegungsarbeit" ist. Wird die Analyse nicht erst da möglich, wo Liebe und Haß binden, die notwendig für Hemmung, Symptom und Angst, für Unbehagen in Kur und Kultur sorgen?

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 05.03.1999

Das Verbrechen des Gefreiten Lortie. Pierre Legendre II

Eva Maria Jobst & Susanne Lüdemann (Berlin)

Ort: AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 12.02.1999

Verlassen der Erde - Eine postmoderne Technikvision

Gudrun Kohn-Waechter (Berlin)

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 08.01.1999

Kein Vorläufer der Psychoanalyse: Jean-Martin Charcot

Edith Seifert (Berlin)

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 11.12.1998

Lacan parle à L'université de Louvain (1972 / frz.)

Filmvorführung

Einführung: Patrick Bühler & Mai Wegener

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 04.12.1998

Lesung: Reise an den Ort in Polen

Iris Hanika (Berlin)

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 06.11.1998

Antigone - Ein Mädchen, das seine Gedanken auf abgelegene Weiden führt

Hans Naumann (Hamburg)

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 30.10.1998

Urwane Sciezki. Historia Polskiej psychoanalize: Unterborchene Wege. Die Geschichte der polnischen Psychoanalyse bis zum 2. Weltkrieg

Pawel Dybel (Warschau)

Vortrag in deutscher Sprache

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 09.10.1998

Antigone oder die Töchter

Eva Maria Jobst, Susanne Lüdemann, Edith Seifert, Mai Wegener (Berlin)

Auftakt zu einer Arbeitsgruppe

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 03.07.1998

Über Blickfang, Augenweide und den blinden Fleck in Kunst, Werbung und Pronographie

Robert Krokowski (Berlin)

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 05.06.1998

Vitam instituere. Pierre Legendres Studien über das genealogische Prinzip im Abendland

Eva Maria Jobst (Berlin)

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 15.05.1998

Cut in the body. From clitoridectomy to body art

Renata Salecl (Ljubljana)

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 01.05.1998

Peut-on changer de sexe? Geschlecht als biotechnologische und juristische Konstruktion

Susanne Lüdemann (Berlin)

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 03.04.1998

Papiertieger. Zu Lacans alpha, beta, gamma, delta Kette

Mai Wegener (Berlin)

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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Freitag, 06.02.1998

Können Körper lügen?

Edith Seifert (Berlin)

AROMA, Gormannstraße 23, 10119 Berlin Mitte
Unkostenbeitrag: 5.- DM

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